Auf dem Olymp deutscher Leitkultur – (ein) Geständnis

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Am Olymp deutscher Leitkultur – (ein) Geständnis

Ja ich geb‘s zu. Irgendwann kommt es sowieso raus. Also gut, ich hab‘s getan. Hab mich breitschlagen lassen, obwohl ich‘s gar nicht wollte. Jetzt muss es raus. Ich war auf der Wiesn!

Also auf dem Oktoberfest. Kurz bevor ich mich ins Getümmel warf, ein kurzes Zögern. Soll ich? Soll ich nicht?

Doch dann nahm das Schicksal das meinige selbst in die Hand. Zwei drei Schubser, ein Gedränge und schon gibt‘s kein Zurück mehr.

Als würde die Meute sich kollektiv übergeben, wird man wellenartig in das Zelt gedrückt. Irgendwann ist man dann drin im dampfenden Bierparadies.

Begleitet von Griechischer Wein, Country Roads und Who the fuck is Alice versucht man in den überfüllten Gängen denjenigen auszuweichen, denen die Fliehkraft schon gehörig mitspielt.

Irgendwann hat man dann „seinen“ Tisch gefunden, sich in die Bank zu den anderen, gefühlt zwanzig Mitzechern gezwängt und versucht durch Windungen des Oberkörpers nicht allzu oft in Kontakt mit dem verschwitzten Rücken des fröhlichen, stark übergewichtigen Bierexperten vom Nachbartisch zu kommen.

Die erste Maß ist da. Ein halbes Hendl. Die Finger kleben. Wurscht. Atemlos durch die Nacht.

Das vorwiegend migrationshintergründige Wachpersonal sorgt dafür, dass sich die Kronen der Schöpfung westlicher Zivilisation nicht gegenseitig die Maßkrüge über die Rübe ziehen. Das hat schon was. Und ich gestehe es. Bei Fürstenfeld hab sogar ich mit den Füßen den Takt mit geklopft. Aber nur ganz verhalten.

Und wenn dann noch der Spezl in seiner Trachtenimitation neben Dir gepflegt in die Pissrinne kotzt, dann bist Du endgültig angekommen. Auf dem Olymp deutscher Leitkultur. 

Und hier noch das passende Video zum Text. https://youtu.be/CPXLEJOlmlk

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